Aktualisiert am 23.09.2020 | Lesezeit 5 Minuten

Abnehmen durch Magenverkleinerung

Eine Magenverkleinerung ist ein chirurgischer Eingriff, mit dem das Übergewicht stark reduziert werden kann. Diese "bariatrische" Operation wird von Spezialisten durchgeführt. Aber nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Im Expertengespräch erfahren Sie mehr.

 

Wir sprechen mit PD Dr. med. Daniel M. Frey. Als Experte des Adipositas-Netzwerks berät, begleitet und operiert er Adipositas-Patienten am GZO Spital Wetzikon. 

 

 

Warum braucht es Chirurgie zum Abnehmen?

Mit Diäten kann in der Regel ein Gewichtsverlust von 5-10% des Körpergewichts erreicht werden. Dazu muss ein adipöser Patient jedoch bereit sein, bestehende Ernährungsgewohnheiten zu verändern und regelmässige Bewegung in den Alltag zu integrieren. Für viele Adipositas-Betroffene ist das eine grosse Herausforderung. Was erschwerend hinzu kommt, ist die durch Adipositas ausgelöste hormonelle Fehlregulation, die dafür sorgt, dass der Körper immer zu seinem Maximalgewicht zurückkehrt. Somit bleibt bei starkem Übergewicht oft nur die Operation als Möglichkeit der langfristigen Gewichtsabnahme.

 

Wann kommt ein chriurgischer Eingriff in Frage?

Als Adipositas-Betroffener kann man sich nicht einfach so operieren lassen. Häufig beraten sich Patienten mit ihrem Hausarzt, der sie in ein Adipositas-Zentrum überweist. Dort wird die Entscheidung für einen chirirugischen Eingriff nach verschiedenen Vorabklärungen von einem Team von Fachspezialisten gefällt. Damit ein sogenannter "bariatrischer" Eingriff durchgeführt werden kann, müssen verschiedene in der Schweiz verbindliche Rahmenbedingungen erfüllt sein. 

Voraussetzungen für einen bariatrischen Eingriff:

  • ein BMI von über 35 kg/m2
  • mindestens 2 Jahre Diäterfahrung/der Versuch, Gewicht mit Diät zu reduzieren
  • keine gesundheitlichen Risiken, die einem chirurgischen Eingriff entgegenstehen
  • Verpflichtung zur 5-jährigen Nachsorge in einem Adipositas-Zentrum.

Adipositas-Patienten müssen sich darüber im Klaren sein, dass sich ihr Leben nach dem Eingriff vollständig ändert. Nur wer wirklich bereit ist für diesen Schritt kann operiert werden.

 

Welche Operationen zur Magenverkleinerung versprechen Erfolg?

Die Experten des Adipositas-Netzwerks führen die Magenbypass- und die Schlauchmagen-Operation durch. Beide Eingriffe bewirken eine Verringerung des Hungergefühls und verhindern die Nahrungsaufnahme in grossen Mengen. Langzeitergebnisse zeigen, dass diese Verfahren einen durchschnittlichen Übergewichtsverlust von mindestens 50% ermöglichen. Wir sind von den Erfolgsaussichten dieser Eingriffe überzeugt und bieten keine anderen Verfahren wie Magenbänder oder Magenballone an.

 

Was sollten Patienten unbedingt wissen?

Nach der Operation ist alles anders, die Umstellung der Essgewohnheiten ist zwingend notwendig. Einserseits ist durch den Magenbypass oder den Schlauchmagen das Hungergefühl vermindert, andererseits kann der Magen aufgrund des kleineren Volumens keine grossen Mengen mehr aufnehmen. Auf diese Umstellung müssen Patienten gut vorbereitet sein. Dabei helfen ihnen unsere Ernährungsberaterinnen. Nach der Operation muss häufig zusätzlich Eiweiss eingenommen werden. Die Einnahme von Multivitamin-Präparaten ist lebenslang notwendig. Um das Zielgewicht erreichen und halten zu können, muss Bewegung in den Alltag integriert werden.

Noch etwas: Verliert der Körper schnell viel Gewicht, kann es zu teilweise massiven Hautüberschüssen kommen, die sich nicht zurückbilden. Hier kann mit plastischer Chirurgie (sogenannte "rekonstruktive" Chirurgie) das Körperbild wieder hergestellt werden. 

Eine Magenverkleinerung führt nicht nur zur Abnahme des Übergewichts, sie trägt auch zur Verbesserung der Lebensqualität bei, da viele Begleiterkrankungen gelindert werden oder ganz verschwinden.

Letzte Aktualisierung: 23.09.2020