Aktualisiert am 23.09.2020 | Lesezeit 5 Minuten

Die Zuckerkrankheit

Rund 500’000 Menschen sind in der Schweiz von Diabetes betroffen. Kennen Sie die unterschiedlichen Formen dieser Stoffwechselkrankheit? Wussten Sie, dass Adipositas eine der Hauptursachen für Typ-2-Diabetes ist? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Krankheit, deren Symptome, Behandlung und wie sie vorbeugen können.

Was bedeutet Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Unterschieden wird zwischen Diabetes mellitus Typ 1 - bei diesem produziert die Bauchspeicheldrüse wenig oder kein Insulin - und Diabetes mellitus Typ 2, bei dem es zu einer Beeinträchtigung der Verarbeitung von Blutzucker (Glukose) durch den Körper kommt). Menschen mit Übergewicht und Adipositas haben ein erhöhtes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Es steigt bereits ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 27 um 100 Prozent an.


Wie entsteht Typ-2-Diabetes?

Bei stark übergewichtigen Personen besteht durch die anhaltende Überernährung ein Überangebot an Zucker. Dadurch produziert der Körper ständig Insulin, weshalb die Empfindlichkeit der Muskel- und Fettzellen für das Insulin sinkt. Das im Blut vorhandene Insulin reicht dann nicht mehr aus, um den Zucker abzubauen. Der Körper leidet an einem Insulinmangel.

Ursachen für Typ-2-Diabetes

Drei Faktoren gelten als hauptverantwortlich für Typ-2-Diabetes:

  • Übergewicht
  • Diabetes in der Familie
  • das Alter

Symptome des Typ-2-Diabetes

Die Symptome des Typ-2-Diabetes treten häufig sehr dezent auf, da sich die Krankheit über einen längeren Zeitraum entwickelt und der Stoffwechsel deshalb nur langsam aus der Bahn gerät. Das ist auch der Grund, weshalb Typ-2-Diabetes oft gar nicht entdeckt wird oder nur nebenbei, wenn der Patient sich wegen einer anderen Krankheit behandeln lässt.

Zu den typischen Symptomen des Typ-2-Diabetes zählen:

  • Müdigkeit
  • häufiger Harndrang
  • starker Durst
  • schlechte Wundheilung
  • verminderte Sehschärfe

Welche gesundheitlichen Risiken sind mit Typ-2-Diabetes verbunden?

Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel erhöht das Risiko für Bluthochdruck. Dieser wiederum kann zu verschiedenen Komplikationen führen:

  • diabetischer Fuss (schlecht heilende chronische Wunden des Fusses)
  • diabetische Retinopathie (Schäden an der Netzhaut)
  • diabetische Nephropathie (Nierenschäden)
  • diabetische Neuropathie (Nervenschäden)
  • erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Wie wird Typ-2-Diabetes behandelt?

Zum Behandlungskonzept des Typ-2-Diabetes zählt zunächst eine Kombination aus folgenden Faktoren:

  • eine ausgewogene Ernährung
  • regelmässige körperliche Aktivität
  • Reduktion des Übergewichts.

Lassen sich die erhöhten Blutzuckerwerte durch eine Umstellung des Lebensstils und/oder eine Gewichtsreduktion nicht normalisieren, werden Tabletten (Antidiabetika) eingesetzt. Wird auch damit keine gute Blutzuckereinstellung erreicht, wird eine Therapie mit Insulin notwendig. 

Grundsätzlich reicht es, einmal jährlich den Blutzucker messen zu lassen – vorausgesetzt es bestehen keinerlei Beschwerden. Menschen mit Übergewicht und Adipositas sollten sicherheitshalber von ihrem Hausarzt einen Blutzuckertest durchführen lassen. 

Letzte Aktualisierung: 23.09.2020