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Wenn die Zahl auf der Waage stetig steigt

In der Schweiz sind derzeit rund 41 Prozent der erwachsenen Bevölkerung und rund 19 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig oder adipös. Dr. med. Rainer Brydniak ist Teil des Adipositas-Netzwerks und hilft Menschen mit krankhaftem Übergewicht.

Dr. Brydniak, wie definieren Sie krankhaftes Übergewicht?

Krankhaftes Übergewicht ist ein Zustand der übermässigen Körperfettansammlung, welches sich meistens schrittweise über die Jahre/Jahrzehnte anhäuft. Gemessen wird das Ausmass an Übergewicht mit dem sogenannten Body-Mass-Index (BMI). Ab einem BMI von 35 spricht man in der Medizin von krankhaftem Übergewicht, vor allem wenn zusätzlich die Adipositas-typischen Nebenerkrankungen auftreten. Dies können zum Beispiel Diabetes mellitus Typ 2, Bluthockdruck oder Herzkranzgefässerkrankungen sein. Das Schlafapnoe- Syndrom, bei welchem die Betroffenen nachts teilweise minutenlang zu atmen aufhören, ist ebenfalls eine der möglichen Begleiterkrankungen.

Ist es für diese Patienten nicht möglich, selbst abzunehmen?

Die Patienten versuchen meistens bereits seit Jahren verschiedenste Diäten und Sportprogramme aus, nehmen irgendwelche Pillen, die versprechen würden das Gewicht zu managen oder machen andere Therapien, die jedoch leider in der Regel nicht funktionieren. Das führt zu massivem Frust und auch zu Angst vor der Zukunft. Häufig ziehen sich diese Patienten zurück in ihrer Hoffnungslosigkeit und wissen nicht mehr weiter. Die Krankheitstage im Job werden jährlich mehr, oder die Berufsfähigkeit erlischt vollends. Das Schlimme hierbei ist, dass die Betroffenen häufig von ihrem Umfeld gemobbt werden und sie auch selbst glauben, Schuld zu sein an der Übergewichtseskalation. Das ist in 99 Prozent der Fälle schlichtweg falsch.

Wie kann einem solchen Patienten das «Adipositas-Netzwerk» helfen?

Das Netzwerk hat drei Standorte, welche alle in Sachen Beratung die gleiche sehr hohe Qualität aufweisen. Wenn Betroffene sich anmelden, wird erst abgeklärt, wo die Probleme liegen und wie die Sachlage bezüglich Übergewicht einzuschätzen ist. Im Zuge der notwendigen Abklärungen, Aufklärungen und Therapien treffen sie stets auf höchst kompetente und motivierte Mitarbeiter, welche das Problem Adipositas von Grund auf kennen und entsprechend verständnisvoll sind.

Muss es immer eine Operation sein?

Nein, einen allgemeingültigen Standardablauf gibt es zu Beginn der Abklärung/Behandlung nie. Man muss zunächst sehr viel aufklären und dem Patienten seine Situation, die sehr unterschiedlich sein kann, klar machen. Abhängig davon geht man dann schrittweise vor, ohne zu wissen, wo die Behandlung hinführen wird. Aber es ist tatsächlich so, dass eine Operation sehr häufig einen Teil der multifaktoriellen Behandlung darstellt. Das wird vor allem klar, wenn man versteht, was beim krankhaften Übergewicht ursächlich das Problem ist.

Hört die Behandlung denn mit einer Operation auf?

Nein, nach einer allfälligen Operation geht die Betreuung im Netzwerk sowohl ärztlich, als auch ernährungs- beraterisch weiter. Das ist ganz wichtig, da die Operationen immer nur eine sehr gute Hilfestellung dabei sind, die notwendigen Verhaltensregeln bezüglich Essen und Trinken einzuhalten. Damit das Gewicht zum einen drastisch runtergeht, aber dann auch im Idealfall ein Leben lang im gesunden Bereich bleibt.

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