Wir verzichten auf die Anwendung einer Therapie mit dem Magenband oder Magen-Ballone.

Folgende Verfahren bieten wir nicht an

Unser Bestreben ist, das Bestmögliche für unsere Patienten zu erreichen. Es ist uns wichtig, eine dauerhafte Gewichtsabnahme von über 50 % des Übergewichts zu erzielen, und dies mit dem geringsten Risiko von Komplikationen. Folgende Verfahren und Methoden halten diesem hohen Anspruch an Qualität und Zuverlässigkeit unserer Meinung nach nicht stand. Daher führen wir sie nicht durch.

Magenband

Dieser Eingriff wurde früher häufig durchgeführt, da er vollkommen reversibel ist. Wie sich in den letzten Jahren zeigte, musste das Magenband jedoch bei über der Hälfte der Patienten wegen Komplikationen unfreiwillig wieder entfernt werden.

Der Erfolg der Gewichtsabnahme ist ebenfalls deutlich geringer als beim Magenbypass und Schlauchmagen. Nach der Bandentfernung nehmen die Patienten regelmässig wieder zu, sodass häufig ein weiterer Eingriff notwendig wird.

Biliopankreatische Diversion

Ähnlich wie beim Schlauchmagen wird bei diesem Verfahren der Magen so verkleinert, dass nur noch sehr kleine Portionen an fester Nahrung pro Mahlzeit aufgenommen werden können. Zusätzlich wird wie beim Magenbypass ein langer Abschnitt des Dünndarms umgangen.

Die Verdauungssäfte gelangen so erst spät zur Nahrung, was dazu führt, dass für die Aufnahme von Nährstoffen nur wenig Wegstrecke bleibt und der grösste Teil der Nahrung vom Körper nicht aufgenommen, sondern ausgeschieden wird.

Diese Operation kann für Patienten mit sehr hohem BMI eingesetzt werden.

Im Vergleich zu Magenbypass und Schlauchmagen sind wesentlich mehr Schnitte und Nähte notwendig. Das Risiko postoperativer Komplikationen ist deshalb höher.

Der Eingriff in Verdauungssystem und Gleichgewicht des Körpers ist schwerwiegend. Trotz der lebenslangen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, Multivitamin- und Zusatzpräparaten treten im Langzeitverlauf häufig schwerwiegende Mängel auf.

Deshalb ist das Risiko dieses Eingriffs gegenüber dem potenziellen Nutzen zu hoch.

Ballone

Die Therapie mit dem Magenballon ist zeitlich auf maximal 6 Monate begrenzt, sehr teuer und wird aktuell nicht von den Krankenkassen übernommen. Die Spezialisten des Adipositas-Netzwerks verzichten daher auch auf dieses Verfahren.

Die Möglichkeit, dass der Ballon platzen könnte, birgt ein hohes gesundheitliches Risiko.

Die Gewichtsabnahme ist bei diesem Verfahren zudem deutlich geringer als bei Magenbypass oder Schlauchmagen.

Ausserdem gilt grundsätzlich: Ein Verfahren zur Gewichtsreduktion sollte keinesfalls nur für eine begrenzte Zeit durchgeführt werden, da es nach Rückgängigmachung zur erneuten Gewichtszunahme bis hin zum Ausgangsgewicht und mehr kommen kann.

Medikamentöse Behandlung

Im pharmazeutischen Bereich gibt es verschiedene Medikamente, die zur Behandlung von Adipositas verwendet werden. Diese Medikamente bewirken z. B. eine vermehrte Ausscheidung von unverdauten Fetten, ein schnelleres Sättigungsgefühl oder eine Verminderung des Hungergefühls.

Viele solche Medikamente sind in der Schweiz jedoch nicht mehr zulässig, da ein dauerhafter Nutzen nicht feststellbar war und es zu bedeutenden Nebenwirkungen kam.

Deshalb besprechen wir, ob ein solches Medikament für Sie in Frage kommt.