Alle Verfahren der bariatrischen Chirurgie beinhalten wie alle Operationen Risiken und können Komplikationen mit sich bringen.

Mögliche chirurgische Komplikationen

Allgemeine Risiken

  • Infektionen und Wundheilungsstörungen

  • Störende Narbenbildung

  • Thrombose und Lungenembolie

  • Verletzungen an Organen wie Magen, Milz oder Leber

  • Komplikationen der Narkose

  • Blutungen während und nach der Operation mit eventuellem Bedarf, Blut zu verabreichen

 

Zu den genannten allgemeinen Komplikationen können zusätzlich die folgende verfahrensspezifische Komplikationen auftreten:

 

Risiken des Schlauchmagens (Sleeve)

  • Bei Fehlernährung kann der Schlauchmagen ausgeweitet werden, was zu einer erneuten Gewichtszunahme führen kann.

  • Es kann zu saurem Aufstossen bzw. Sodbrennen kommen, welches eine Veränderung und Entzündung der Schleimhaut in der Speiseröhre zur Folge hat. Diese Probleme können mit Säureblockern behandelt werden.

  • Undichte Naht am Schlauchmagen.

Risiken des Magenbypasses 

  • Es besteht das geringe Risiko einer undichten Stelle im Bereich der Naht vom Magen-Pouch zum Dünndarm. Tritt eine solche auf, kann es zu Abszessen oder einer Bauchfellentzündung kommen. In den meisten Fällen kann eine solche undichte Stelle mit einem über eine Magenspiegelung eingebrachten Röhrchen abgedichtet werden. Gelegentlich ist eine erneute Operation notwendig.

  • Falls die Naht im Bereich des Pouches und des Dünndarms verengt ist, kann dies zu häufigem Erbrechen führen. Dann ist es notwendig, diese Engstelle durch eine Spiegelung aufzudehnen.

  • Es kann zu Fistelbildungen zwischen Pouch und Restmagen kommen, also zu einer erneuten Verbindung durch ein kleines Gangsystem zum Restmagen. In diesem Fall kann der Patient wieder grössere Mahlzeiten zu sich nehmen und nimmt folglich wieder zu. Eine solche Fistel kann endoskopisch, das heisst, mittels einer Magenspiegelung und Klippen mit speziellen Hakenklammern, verschlossen werden. Gelingt dies nicht, muss ein operativer Eingriff durchgeführt werden.

  • Durch den grossen Gewichtsverlust kann es durch das Schmelzen des inneren Fettanteils zu Lücken im Bereich der über den Dickdarm hochgezogenen Dünndarmschlinge kommen («Petersen-Hernie»). Insbesondere Patienten mit grossem und schnellem Gewichtsverlust scheinen ein erhöhtes Risiko für die Entwickelung einer Petersen-Hernie zu haben. Sie wird mit einer erneuten Operation behoben, welche diese Lücke verschliesst.

  • Bei grösserer Aufnahme von Zucker und Kohlenhydrateinheiten kann das Dumping Syndrom auftreten, welches Schwindel durch Blutdruckabfall, Herzklopfen und Durchfall verursacht.

  • Mangelerscheinungen wie Blutarmut, Osteoporose oder Mangelernährung durch fehlende Vitamineinnahme.

  • Intoleranz gegenüber diversen Speisen, vor allem kohlensäurehaltige Getränke, Kohlarten, fettige Speisen, alkoholische Getränke.

  • Schleimhautentzündungen oder Bildungen von gut- oder bösartigen Geschwüren an Magen und Darm.

  • Entstehung von Gallensteinen und Nierensteinen durch die rasche Gewichtsabnahme.

  • Nach der Magenbypass-Operation ist eine normale Magenspiegelung in der Regel nicht mehr möglich. Sollte die Untersuchung trotzdem nötig sein, kann sie unter Vollnarkose durchgeführt werden. Dazu eröffnet der Chirurg dem Magendarmspezialisten mittels eines Schnittes den Magen, so dass das Endoskop eingeführt und die Untersuchung in üblicher Weise durchgeführt werden kann.