Durch das Zusammenspiel von Ernährungsumstellung, Bewegung und ärztlicher Unterstützung kann häufig eine schnelle Gewichtsabnahme erreicht werden.

Ansätze für die Therapie

Die konservative Therapie der Adipositas-Erkrankung sollte der erste Schritt sein. Es reicht dabei allerdings nicht aus, nur weniger zu essen oder die vom Arzt verordneten Medikamente einzunehmen. Vielmehr geht es darum, einen Weg zu finden, sein Leben langfristig zu verändern.

Ernährung

Die Ernährungsberatung stellt bei der konservativen Methode eine Basismassnahme dar. Hierbei wird das Essverhalten der Betroffenen analysiert.

Erst wenn die Ernährungsfehler festgestellt wurden, kann eine individuelle Diät angepasst werden.

Es gibt eine Vielzahl von Diäten, die eine Gewichtsreduktion in Aussicht stellen.

Grundsätzlich geht es bei allen darum, entweder durch Reduktion des Fett- oder Zuckeranteils oder durch kohlenhydratarme oder proteinreiche Kost die Kalorienzufuhr zu vermindern. Eine Diät ist nur erfolgreich, wenn mit ihr eine grundsätzliche Änderung der Essgewohnheiten und des Lebensstils auf Dauer vollzogen wird, um eine erneute Gewichtszunahme zu vermeiden.

Bewegung

Um eine generelle Veränderung des Lebensstils zu erreichen, ist es vor allem wichtig, regelmässig sportliche Aktivitäten in den Tagesablauf einzuplanen und sich im Alltag mehr zu bewegen. Denn «durch Bewegung nimmt man ab.»

Diese bekannte Aussage ist allerdings nur dann korrekt, wenn man sich nicht nach oder gar während dem Sport wieder eine hohe Kalorienzahl zuführt, z. B. durch Energiedrinks oder Süssigkeiten als Belohnung.

 

Somit ist Bewegung nur zusammen mit einer angepassten Ernährung eine Möglichkeit zur Gewichtsabnahme. Auch hier gilt: Die regelmässige Bewegung sollte für den Rest des Lebens beibehalten werden, da der Sport nur so dazu dienen kann, das erreichte Wunschgewicht zu halten.

Weiter dient Bewegung auch dazu, während des Gewichtsverlustes nicht die Muskulatur, sondern das Fett abzubauen. Studien konnten zeigen, dass Menschen, die sich dauerhaft mehr bewegen, ihr Gewicht langfristig stabil halten können.

Verhaltenstherapie

Dennoch: Ernährungsumstellung und Sport allein reichen oft nicht aus, um eine dauerhafte Verringerung des Körpergewichts zu erreichen.

Da falsches Essverhalten oft mit spezifischen Lebenssituationen verknüpft ist (z. B. bei Frustessen oder Essattacken), ist es notwendig, in einer fachgerechten, meist verhaltenstherapeutischen Beratung die Gründe zu erkennen, warum man sich in solchen Momenten falsch ernährt.

Sind diese Zusammenhänge einmal aufgedeckt, ist es möglich, zusammen mit dem Verhaltenstherapeuten gezielte Gegenmassnahmen und Strategien auszuarbeiten und einzuüben. Tritt eine solche Situation wieder einmal auf, hat der Patient gelernt, sie auf andere Art und Weise als mit Essen zu kompensieren.

Leider kommt es in vielen Fällen wieder zu einer Gewichtszunahme, oft mit höherem Gewicht als vorher. Allzu leicht fällt man in alte Gewohnheiten zurück oder hat die Umstellung der Ernährung und der Bewegung doch zu wenig verinnerlicht.