Nach der Operation tritt in der Regel eine schnelle Besserung vieler Begleiterscheinungen wie Typ 2 Diabetes, Bluthochdruck, Schlafapnoe oder Rückenleiden ein.

Begleiterkrankungen

Besonders die Begleiterkrankungen und deren Symptome führen zu einer Verschlechterung der Lebensqualität und der Lebenserwartung.

Bluthochdruck

Der meist zuerst unbemerkte Bluthochdruck stellt ein hohes Risiko dar. Je nach Ausmass der Adipositas steigt das Risiko, an einem Hochdruckleiden zu erkranken, auf das 3- bis 6-fache an. Wird der Bluthochdruck nicht frühzeitig erkannt und behandelt, können ernsthafte, unter Umständen bis zum Tod führende Folgen entstehen.

 

Diabetes Typ 2

Nach einer Mahlzeit steigt der Zucker im Blut an und die Bauchspeicheldrüse produziert das Hormon Insulin. Dieses wird an den Blutkreislauf abgegeben wird. Durch das Insulin können Muskel- und Fettzellen den Zucker aus dem Blut aufnehmen.

Bei andauernder Überernährung besteht ein Überangebot an Zucker. Dadurch wird ständig Insulin produziert. Als Folge sinkt die Empfindlichkeit der Muskel- und Fettzellen für das Insulin. Das im Blut vorhandene Insulin reicht nicht, um den Zucker abzubauen. Der Körper leidet unter einem relativen Insulinmangel.

Eine Frau mit einem BMI von über 35 kg/m2 hat gegenüber einer Normalgewichtigen ein 80-fach höheres Diabetesrisiko.

 

Herzkranzgefässerkrankung und Arteriosklerose

Häufig leiden Übergewichtige unter Stoffwechselveränderungen. Dadurch entstehen Verkalkungen der Gefässwände, die bis zum Herzinfarkt führen können. Auch Herzvergrösserungen mit Herzschwäche sind möglich, ebenso wie die Schaufensterkrankheit, wenn die Gefässe der Beine betroffen sind.

 

Fettstoffwechselstörungen

Damit Fette im Blut transportiert werden können, müssen sie in eine spezielle wasserlösliche Transportform gebracht werden. Dies geschieht durch Verbindung mit bestimmten Eiweissen. Es entstehen Eiweiss-Fett-Komplexe, die Lipoproteine.

Diese Lipoproteine erfüllen unterschiedliche Transportaufgaben im Körper. Begleitend zur Körperfülle kommt es bei übergewichtigen Menschen zu einem Ungleichgewicht der Fettanteile im Blut und der Fettherstellung und -ausscheidung, was zu Fettablagerungen z. B. in den Gefässen führt. 

 

Schlafapnoe-Syndrom

Bei starker Adipositas hat die Lunge weniger Platz und muss deshalb stärker arbeiten, um den Sauerstoffbedarf decken zu können. Bei kurzem, dickem Hals können die Atemwege im Liegen verschlossen werden, so dass in der Nacht starkes Schnarchen und ein Sauerstoffmangel auftreten. Dies führt zum Teil zu minutenlangem Stillstand der Atmung und unruhigem Schlaf, dem Schlafapnoe-Syndrom.

Durch die fehlende Luftzufuhr sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut ab. Das Gehirn entwickelt dann eine unmittelbare Weckreaktion, und Stresshormone werden freigesetzt. Die sich ständig wiederholende Weckreaktion verhindert den Tiefschlaf – der Schlaf bleibt oberflächlich. Dies bringt chronische Müdigkeit mit sich und erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Depression

Verhaltensauffälligkeiten und Depressionen lassen sich bei Übergewichtigen vermehrt nachweisen. Nicht immer besteht ein direkter Zusammenhang mit dem Übergewicht, aber in vielen Fällen kann eine Assoziation hergestellt werden.

Übergewichtige leiden häufig an ihrer Gesamtsituation. Die direkt durch das Übergewicht verursachten Beschwerden sowie zusätzlich auftretende weitere Krankheitssymptome verringern massiv die Lebensqualität der Betroffenen und schränken sie in ihrem Handlungsspielraum ein.

Ebenso entstehen Sorgen um die eigene Gesundheit und die Zukunft. Vorurteile und gesellschaftliche Diskriminierung in Form von sozialer Ausgrenzung erschweren das Leben Übergewichtiger ungemein.

 

Sodbrennen

Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure vom Magen in die Speiseröhre tritt. Dies geschieht, wenn der untere Schliessmuskel der Speiseröhre nicht dicht schliesst und der Druck im Bauch zu gross ist. Bei Adipositas ist häufig beides der Fall, da der Druck im Bauch durch das Übergewicht steigt und der Übergang der Speiseröhre zum Magen nach oben verzogen wird.

 

Gallensteine

Gallensteine entstehen vermehrt bei adipösen Patienten und in der Schwangerschaft. Dies wird erklärt mit der vermehrten Produktion und Ausscheidung von Blutfetten in der Galle einerseits und mit der hormonellen Umstellung während der Schwangerschaft andererseits. Solange zu viel Blutfett in den Gallengängen vorhanden ist, birgt aber auch der Gewichtsverlust das Risiko einer vermehrten Bildung von Gallensteinen.

 

Krebs

Verschiedene Arten von Krebs können bei adipösen Patienten gehäuft vorkommen. Man nimmt an, dass im Fettgewebe eine chronische Entzündungsreaktion abläuft, welche die Entstehung von Krebs begünstigt.