Adipositas Entwicklung

Die gesellschaftliche Entwicklung hat direkten Einfluss auf die Häufigkeit der Adipositas-Erkrankungen.

Die Anzahl adipöser Menschen hat sich in 30 Jahren verdreifacht

In der Schweiz sind derzeit rund 41 % der erwachsenen Bevölkerung und rund 19 % der Kinder und Jugendlichen übergewichtig oder adipös.

Unsere Lebens- und Ernährungsweise hat über die letzten Jahrzehnte eine gravierende Veränderung erlebt. Wer in die Geschichte zurückblickt, erkennt, dass in früheren Zeiten bereits die Nahrungsbeschaffung an sich nur mit hohem körperlichem Einsatz zu bewältigen war.

Noch vor 100 Jahren ging der Grossteil der Bevölkerung schwerer körperlicher Arbeit nach. Die ständige hohe Anstrengung führte dazu, dass es kaum Übergewichtige gab. Dazu kam, dass die Nahrung oft knapp und die Auswahl an Lebensmitteln deutlich geringer war als heute.

Auf diesen Rhythmus hatte sich der Körper eingestellt. Er bildete Reserven, sobald Nahrung da war, und sorgte für schlechte Zeiten voraus. Dies ist heute natürlich nicht mehr nötig. Das Problem jedoch ist, dass die Evolution des menschlichen Körpers mit der rasanten Entwicklung der Gesellschaft und ihrer Technologie nicht mithalten kann. Durch unsere gesellschaftlichen Lebensumstände entsteht ein Bewegungsmangel, der zusammen mit einem übermässigen Konsum von hochkalorischen Nahrungsmitteln die Adipositas-Erkrankung zur Folge haben kann.

Darüber hinaus können auch psychische Probleme zu Essstörungen führen. Auch gewisse Lebensumstände wie Nachtarbeit, Schlafmangel oder Lebensmittelunverträglichkeit können nach neuesten Erkenntnissen zu Adipositas führen.

In diversen Studien wurde bewiesen, dass genetisch bedingte Begünstigung von Übergewicht, also Vererbung, ebenfalls eine Rolle in der Krankheitsentstehung spielt. Zwillinge, die getrennt bei Adoptiveltern lebten, glichen zum Beispiel in ihrer Neigung zum Übergewicht beide eher den übergewichtigen leiblichen Eltern als ihren normalgewichtigen Adoptiveltern.

Adipositas kann die Lebenserwartung beträchtlich verkürzen

Laut WHO-Definition liegt eine Adipositas ab einem BMI von 30 vor.

Dabei werden drei Schweregrade unterschieden:

  1. BMI 25 – 29.9 kg/m2 Übergewicht

  2. BMI 30 – 34.9 kg/m2 Adipositas Grad I

  3. BMI 35 – 39.9 kg/m2 Adipositas Grad II

  4. BMI ≥ 40 kg/m2 Adipositas Grad III


Das Übergewicht hat oft zur Folge, dass die Betroffenen weniger belastbar sind, sie ermüden schneller und geraten bei körperlichen Anstrengungen eher in Atemnot als normalgewichtige Menschen. Dazu kommt starkes Schwitzen, vor allem bei hohen Temperaturen. Es treten auch vermehrt Probleme mit
den Gelenken wie Hüftgelenk, Knie, Sprunggelenke sowie mit der Wirbelsäule auf, da diese dauerhaft ein hohes Gewicht tragen müssen und deshalb zu schmerzen beginnen. Auch die Psyche kann belastet sein. Es kommt häufiger zu Depressionen, Angstzuständen und vermindertem Selbstwertgefühl. Starkes Übergewicht über einen längeren Zeitraum hinweg kann zu ernsthaften Begleiterkrankungen führen, die wir auf den folgenden Seiten beschreiben.